Pandemie als Religion: Von Balltreten, Beten & Bildung – #paracovid

- ein Artikel von Viktor Gebhart -
Schwarz-Weiß-Denken

Corona ist keine Pandemie mehr, Corona ist Religion. Schwarz-Weiß-Denken par excellence. GlĂ€ubige*r oder UnglĂ€ubige*r. Spritze oder Aluhut. Spargel oder FlĂŒchtling. Blinder Gehorsam oder gehörige Blendung. Alles oder nichts. Ein kritisches Grau ist unzulĂ€ssig.

Undebattierbar: PrĂ€vention ist wichtig. UnertrĂ€glich: Wie selbst sonst kritisch AufgeklĂ€rte in den hysterischen Kanon mit einstimmen und die Entweihung von BĂŒrger*innen- und Menschenrechten unter dem Deckmantel der SolidaritĂ€t nicht nur gewĂ€hren lassen sondern gar gutheißen. WĂ€hrend andere sich mit krudestem und absurdestem Geschwurbel befassen, das selbst Low-Budget Sci-Fi-Produzent*innen Schamesröte ins Gesicht treiben muss.

Corona ist keine Pandemie mehr, Corona ist Religion. Schwarz-Weiß-Denken par excellence.

Viktor Gebhart
Opium fĂŒrs Volk

Die Menschen schĂŒtteln den Kopf bevor sie sich zum Shoppen eingespielt den Maulkorb hochzupfen – das neue Must-have mit Kultstatus. Wer sein Bier zum Bundesligaspiel will, muss genĂŒgsam sein. Das rechtfertigende Gestammel der Bundespressekonferenz, wie das Balltreten sich mit aktuellen EinschrĂ€nkungen vereinbaren ließe, erinnert an Loriot. Das neue Zeitalter der UnrechtmĂ€ĂŸigkeit und VerhĂ€ltnislosigkeit braucht klassisches Opium fĂŒrs Volk – Brot, Gebete und Spiele helfen seit jeher. So ist kein Argument hanebĂŒchen genug, sie zu liefern.

WĂ€hrend Rubel und Ball rollen und HĂ€nde wieder kollektiv gefaltet werden dĂŒrfen, bleibt der SchlĂŒssel zum Wandel vorenthalten: Bildung. Wo sonst rĂ€umliche Distanz und Maske reichen, wird sie – die Unangenehme – aufs Online-Abstellgleis geschoben.

WĂ€hrend Rubel und Ball rollen und HĂ€nde wieder kollektiv gefaltet werden dĂŒrfen, bleibt der SchlĂŒssel zum Wandel vorenthalten: Bildung.

Viktor Gebhart
Faule FrĂŒchte

Wandel bedeutet VerĂ€nderung – ungemĂŒtlich, anstrengend, unbeliebt. Etwas fĂŒr freitĂ€gliche SchulschwĂ€nzer. Wie wurden diese noch kĂŒrzlich gerĂŒgt dafĂŒr. Ihr Engagement zum Erhalt des Planeten dĂŒrfe ihrer Bildung nicht im Weg stehen. Das sei katastrophal und fahrlĂ€ssig. Diese kritischen Stimmen scheinen verstummt. Ein Schelm, wer Böses denkt. Die wissenschaftlich fundierten Fakten, die die Kids zum Anlass nahmen, auf die Straßen zu gehen, kontrastieren mit den derzeit kaum fundierten Annahmen, die dies heute verbieten.

Das jahrzehntelange Herunterwirtschaften des Gesundheits- sowie Bildungssystems trĂ€gt faule FrĂŒchte – nebst unserem Mensch-Tier-VerhĂ€ltnis die BrutstĂ€tte kommender AusnahmezustĂ€nde. Was wir brauchen, sind Bildungsinstitutionen, die ganzheitlich und nachhaltig aufklĂ€ren. Mir reicht es. Ich grĂŒnde eine.

Das jahrzehntelange Herunterwirtschaften des Gesundheits- sowie Bildungssystems trĂ€gt faule FrĂŒchte – nebst unserem Mensch-Tier-VerhĂ€ltnis die BrutstĂ€tte kommender AusnahmezustĂ€nde.

Viktor Gebhart

Dieser Artikel entstand im Zuge der sogenannten “Corona-Krise” auf Anfrage der Presse. Er erschien u.a. leicht abgeĂ€ndert in der Mittelbayerischen Zeitung. Den zugehörigen Artikel finden Sie hier. Der im Titel verwendete Hashtag #paracovid ist eine Neuwortschöpfung des Autors, in Anlehnung an das Adjektiv “paranoid” und bietet aufgrund der verschiedenen weltsprachlichen Bedeutungen fĂŒr “para” weiteren Interpretationsspielraum.

P.S.: Wissen ist nur Macht, wenn wir es anwenden und mit anderen teilen: